Die letzte Nacht war sehr kurz. Wir waren erst gegen Mitternacht in unsere Betten gefallen. Um 3:30 klingelte der Wecker, fünf Minuten später rief der erste und einzige Muezzin in Jerusalem zum Gebet. Stephie und ich zogen uns schnell an und eilten im Halbschlaf durch die Altstadt Richtung Westmauer. Dort angekommen setzen wir uns auf Plastkstühle im Frauenbereich. Wir sind gleich als Gojim erkennbar: wir haben kein Gebetsbuch in den Händen. Die Frauen und Mädchen um uns herum beten, lesen, reden miteinander, zwischendurch guckt ein Mann über den Zaun zu uns rüber (so was wird normalerweise gleich von einer Aufpasserin getadelt, die heute nicht dazusein scheint), schicke Damen unterhalten sich über die neuste Mode, einige stehen an der Mauer und stecken Zettel in die Mauerritzen ...
Nach einer Stunde gehen wir an einen Aussichtspunkt mit Blick auf die Westmauer und den Tempelberg:
Nach einer Stunde gehen wir an einen Aussichtspunkt mit Blick auf die Westmauer und den Tempelberg:
Zu Schawuot feiern die Juden die Torah, die Mose von Gott auf dem Berg Sinai erhalten hat. Die ganze Nacht lesen gläubige Juden in der Torah, sind in Jeschiwot, beten, versammeln sich vor der Westmauer, mitten in der Nacht. Eine aussergewöhnliche Stimmung:
Gegen 6 Uhr machen wir uns wieder Richtung Betten. Wir waren völlig überrascht, bis 8:30 Uhr durchschlafen zu können und nicht von "christlichen Terrorgruppen" geweckt zu werden.
Gesine hat vor ein paar Tagen in einem christlichen Buchladen
Bekanntschaft mit dem Ladeninhaber gemacht. Er lud sie zu einem
Pfingstpicknick zwischen Jerusalem und Tel Aviv ein. Hier trafen sich
Christen und messianische Juden aus Äthiopien, den USA, Israel, dem
Iran, Russland, der Ukraine, Schweden, Rumänien, den Phillipinen,
Deutschland und vielen anderen Ländern.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen