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... ist der Kongo, inmitten der Probleme, die Deutschland quälen. Und dem "Arabischen Frühling".
Morgen finden die zweiten "demokratischen" Wahlen im Kongo statt. Die Spannung steigt. Nicht nur in Erwartung der Ergebnisse, sondern auch auf den Straßen. Dieses Land sehnt sich nach Frieden und Wohlstand, die es aufgrund seiner Rohstoffe haben könnte.
Der Vortrag eines Doktoranden an der Tel Aviver Uni, Brandon Friedman, hat mich zum Scheiben dieses Posts bewegt. Einige Gedanken kommen von ihm.
Was haben die beiden miteinander zu tun, werden sich bestimmt die meisten fragen. Bahrain, eine kleine Insel, mitten im arabisch-persischen Golf, wurde in dem ganzen Hype um den arabischen Frühling (nennen wir ihn lieber Aufstand) fast völlig vergessen. Zu Unrecht. Klein, aber fein, ist die Devise.
Auf dem Inselstaat herrscht seit 40 Jahren das sunnitische Königshaus Al-Khalifa. Zwischen 50 und 70% der Bahrainis sind Schiiten. Des weiteren ist die 5. Flotte der US-amerikanischen Streitkräfte auf der Insel ansässig. Noch vor unserer Zeitrechnung gehörte Bahrain zu Persien, sozusagen dem heutigen Iran, dessen Mehrheit heute Schiiten sind.
Moslem ist nicht gleich Moslem. Schon gleich nach Prophet Mohammeds Tod kam es unter blutigen Kämpfen zu einer Trennung: Schiiten (die eher für eine religiöse politische Führung sind) und Sunniten (die eher für die Trennung zwischen Religion und Staat sind, ganz grob, zumindest offiziell). Lange hatten die Schiiten unter den Sunniten zu leiden. Seit etwa der iranischen Revolution beginnen die Schiiten mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Das macht sich unter anderem im Libanon und in Syrien bemerkbar. Inzwischen hat der Iraq auch eine schiitische Regierung, nachdem es etwa 50 Jahre von Sunniten regiert wurde (NB das Land ist dennoch geteilt: Sunniten, Schiiten (die vermutlich von den iranischen Schiiten unterstützt werden) und Kurden, also weiterhin ein Pulverfass).
Im Mittleren Osten gab es lange ein Gleichgewicht zwischen dem Iran und Iraq. Seit der Invasion vom Iraq und dessen Fall in eine immer undurchsichtigere Situation, erstarkt der Iran. Saudi Arabien versucht, ein neues Gegengewicht zu bilden, zusammen mit den anderen GCC Staaten (Kuwait, Bahrain, Qatar, VAE und Oman). SA, Hüter der zwei heiligen Stätte Mekka und Medina, ist jedoch selbst ein schwacher Staat: das sunnitisches Königshaus (Al-Saud) hat zwar ein immenses Erdölvorkommen, unterstützt aber die Klerikalen finanziell, damit sie das Königshaus stützen, auf 70% dieser Öl-Quellen (im Südosten des Landes) leben mehrheitlich Schiiten. Einige der GCC Staaten haben selbst ein demographisches Problem: die Bevölkerungsmehrheit sind Ausländer. Im Frühjahr gab es den Gedanken, Marokko und Jordanien (ebenfalls Monarchien, mit sunnitischer Bevölkerungsmehrheit) mit in die GCC aufzunehmen. Al-Jazeera titulierte diesen Zusammenschluss als "Klub der Könige".
Für den Iran wäre es ein strategischer Gewinn, in Bahrain eine schiitische Regierung an die Macht zu bringen: diese würde die 5. Flotte der USA wahrscheinlich "vertreiben". Und es wäre ein weiterer Gewinn für die Schiiten. Wenn Bahrain fällt, könnten als nächstes Qatar und die VAE fallen. Und es würde vielleicht einen schiitischen Aufstand in SA auslösen.
Es bleibt spannend. V.a. im Zusammenhang mit den aktuellen politischen Ereignissen: IAEA-Bericht und Israels Überlegung eines militärischen Schlags gegen den Iran.