Da mein omanisches Visum in den letzten Tagen ablief, musste ich es verlängern. Der einfachste Weg das zu tun, ist in die Emirate zu fahren und wieder zurück. Also bin ich gleich für ein verlängertes Wochenende "rüber". Am Mittwoch Nachmittag fuhr ich mit dem Bus aus Muscat, wo ich am Morgen noch einen administrativen Weg zu erledigen hatte, los. Hinter mir saß eine afrikanisch-stämmige omanische Frau. Sie sprach mich an, noch bevor der Bus losfuhr. Die Gelegenheit nutzte ich gleich, um mein Arabisch zu üben :-) Sie erzählte mir, dass sie aus Salalah kommt, und dass ihr Mann, der aus dem Osten des Landes kommt, weiß sei. Sie haben drei Kinder. Als der Ehemann in den Bus kam, war ich über ihre Definition von weiß etwas überrascht. Er war kaum heller als sie. Sie erzählte mir, dass es im Oman immer noch einen Unterschied je nach Hautfarbe gäbe. Je dunkler die Menschen, desto ärmer seien sie tendentiell. Für sie schien die Heirat eine gesellschaftliche Besserstellung zu bringen. Sie trug ihr Kopftuch engumwunden um das Gesicht und ein Abaya, während ihr Mann ein Muskelshirt und eine Jogginghose trug, was recht ungewöhnlich für Omanis ist. Die beiden gingen sehr liebevoll miteinander um. Manchmal neckten sie sich auch. Nachdem der Bus losgefahren war, bot mir die Familie gleich einen Hamburger und Pommes an. Aus Höflichkeit nahm ich an. Später bekam ich noch einen Apfel. Das ist mir in Deutschland noch nicht passiert. Wir unterhielten uns weiter. Sie erzählte mir, dass sie gerne nach Deutschland kommen würde. Dort gäbe es keine Probleme. Ich belehrte sie eines besseren.
Kurz vor Sonnenuntergang machten wir einen Stop. Der Busfahrer ging beten, so auch einige Passagiere. Einige gingen in die Restaurants in der Nähe.
Etwa eine Stunde später waren wir an der Grenze angekommen. Auf der omanischen Seite gab es in der Grenzhalle an zwei Schaltern lange Schlangen für die Ausreisestempel. An den Schaltern für Einreisestempel stand keiner. Eine mutige Slowenin ging hin und bat um einen Ausreisestempel. Der wurde ihr gewährt. Die anderen konnten leider davon nicht mehr profitieren. Ich ging aus der Grenzhalle raus, zum Beamten, der die Pässe der Autoreisenden stempelt. Ich sprach ihn auf Arabisch an, erzählte ihm, was ich im Oman mache, und schon hatte ich meinen Ausreisestempel. So einfach geht es manchmal :-) Auf der emiratischen Seite ging der Prozess der Einreise ohne Probleme für mich. Ein Libanese allerdings wurde wieder zurück in das ca. 300km entfernte Muscat geschickt, um einen Flug in die Emirate zu nehmen, um ein Visum zu bekommen. War ich froh, einen deutschen Pass zu haben.
Gegen Mitternacht, nach 9 Stunden Fahrt für ca. 500km, kamen wir in Dubai an. Ich verabschiedete mich von der omanischen Familie, nahm mir ein Taxi, und fuhr in meine Unterkunft.
Am nächsten Morgen stand ich früh auf, mit dem Ziel in das ca. 150km entfernte Abu Dhabi mit dem Bus zu fahren. Ich nahm zunächst die Metro, die es seit ca. 5 Jahren in Dubai gibt. Für Frauen gibt es ein Extra-Abteil, das meist relativ leer ist im Gegensatz zum restlichen Zug. Sollte ein Mann erwischt werden, dass er sich dort aufhält, muss er 25 Euro Bußgeld zahlen. Auch sonst gibt es strikte Regeln: z.B. sind essen und Kaugummi kauen verboten; Füße auf einen Sitz stellen kostet 50 Euro Bußgeld. In der Metro wird mit wieder bewusst, wie bunt die Bevölkerung von Dubai ist: da sitzt die philippinische Krankenschwester neben der indischen Büroangestellten, der sudanesische Schuljunge steht neben dem bangladeschi Verkäufer. Nur Emiratis oder Westler (also Nordamerikaner, Europäer, Australier) sieht man so gut wie gar nicht.
Später fahre ich mit dem Bus nach Abu Dhabi, wo ich noch einmal umsteige. Ich bin überrascht und begeistert, dass es seit ca. fünf Jahren Busse in Abu Dhabi gibt (ist mir letztes Jahr, als ich dort war nicht aufgefallen). Der Verkehr wirkt dadurch etwas entspannter. Die Taxis, die früher den gesamten öffentlichen Verkehr gestämmt haben, sind deutlich weniger geworden.
(Das ist mein erster Versuch eines Videos, um ein wenig einen Eindruck von Abu Dhabi zu bekommen. Das ist die Fahrt entlang der Strandpromenade, die in dem Video allerdings nicht zu sehen ist.)
Später fahre ich mit dem Bus nach Abu Dhabi, wo ich noch einmal umsteige. Ich bin überrascht und begeistert, dass es seit ca. fünf Jahren Busse in Abu Dhabi gibt (ist mir letztes Jahr, als ich dort war nicht aufgefallen). Der Verkehr wirkt dadurch etwas entspannter. Die Taxis, die früher den gesamten öffentlichen Verkehr gestämmt haben, sind deutlich weniger geworden.
(Das ist mein erster Versuch eines Videos, um ein wenig einen Eindruck von Abu Dhabi zu bekommen. Das ist die Fahrt entlang der Strandpromenade, die in dem Video allerdings nicht zu sehen ist.)
Auf dem Weg zu einer Freundin sah ich mehrere alte und schäbige Busse auf einer Seitenstraße neben uns herfahren, mit Gastarbeitern aus Pakistan, Indien und Bangladesch. Sie fuhren anscheinend in ihre Unterkunft, denn am Ende der Straße waren Wohnbaracken zu sehen.
Hier schlafen 8 Männer in kleinen Zimmern, in Doppelstockbetten, ohne Privatsphäre, mit einer kleinen abschliesbaren Box für die Wertsachen. Draussen hänten auf Wäscheleinen die Kleidung zum Trocknen. Ein Bild davon zu machen würde Aufsehen erregen. In der Ferne sieht man die Kulisse von Abu Dhabi. Mir wird ganz komisch. Diese Glitzerwelt ist nur möglich, weil billige und ungebildete Arbeitskräfte aus dem Subkontinent hier schwer arbeiten. Arbeitsschutz wie bei uns gibt es nicht, obwohl es Initiativen gibt, die Lage der Arbeiter zu verbessern.
Ich besuche noch eine weitere Freundin. Später gehe ich noch in eine alte "Einkaufsmeile" Windowshoppen. Hier sehe ich armenische Keramik aus dem Heiligen Land :-) Welch Überraschung :-)
Gegen Mitternacht bin ich wieder in Dubai.


