Nach dem Frühstück fahren wir, meine Mitbewohnerin, drei Frauen von Musalaha und ich, in Dörfer in der Umgebung von Bethlehem. Entlegen, schlecht angebunden, in der trockenen Steinwüste. Wir brachten drei Familien ein paar Lebensmittel. Zwei der Palästinenser die wir besuchten, waren auf Rollstühle angewiesen. Eine Frau war querschnittsgelähmt. Ihr Mann kümmernt sich um sie seit 15 Jahren. Die hat es in der Zeit geschafft 4 Söhne groß zu ziehen, und auch den Haushalt zu machen. Das ist nicht selbstverständlich. Meine Mitbewohnerin erzählt mir von einem Fall, wo die junge Frau aufgrund eines Unfalls pflegebedürftig wurde. Der Mann ließ sich von der jungen Mutter scheiden, da sie nicht mehr gut genug als Ehefrau und Mutter sei. Das ist nicht ungewöhnlich.
Musalaha ist eine Organisation zur Förderung der Versöhnung, zwischen Juden und Arabern, aber auch zwischen Christen und Muslimen, wie mir meine Mitbewohnerin sagt. In ihrer Gruppe ist eine der treibenden Kräfte eine Muslima, Mutter von sieben Kindern, der Mann lebt und arbeitet in Tel Aviv, kommt nur am Wochenende nach Hause.
Auf der Rückfahrt Richtung Bethlehem reden die Frauen über die palästinensischen "Flüchtlinge" im Westjordanland: sie bekommen viele Leistungen umsonst, zahlen keine Strom- oder Wasserkosten. Das ärgert die "sesshaften" Palästinenser, die Nebenkosten zahlen müssen, und immer gucken, wie sie sparen. Das erinnert mich an die Situation bei uns in Deutschland zwischen der arbeitenden Bevölkerung und denen, die Sozialleistungen erhalten.
Auf der Rückfahrt Richtung Bethlehem reden die Frauen über die palästinensischen "Flüchtlinge" im Westjordanland: sie bekommen viele Leistungen umsonst, zahlen keine Strom- oder Wasserkosten. Das ärgert die "sesshaften" Palästinenser, die Nebenkosten zahlen müssen, und immer gucken, wie sie sparen. Das erinnert mich an die Situation bei uns in Deutschland zwischen der arbeitenden Bevölkerung und denen, die Sozialleistungen erhalten.
Gegen Mittag sind wir wieder in Bethlehem. Meine Mitbewohnerin lehrt an der Bibelschule von Bethlehem. Zwischen 10 bis 20% der Bewohner Bethlehems sind Christen. Vor 10 Jahren waren es noch mindestens doppelt so viele. Während meine Mitbewohnerin ihre Schüler lehrt, führt mich eine junge Dame durch die Bibelschule. Währenddessen, es ist Freitag Mittag, brüllen Imame über Minarette ihre Predigten. Meine Führerin sagt mir, dass sie unter anderem gegen die "Nichtgläubigen" predigen, dass sie die Feinde sind, dass man sie schlechter behandeln muss als "Gläubige". Mir geht es kalt den Rücken hinunter. Sie sagt mir, dass sie manchmal schon gar nicht hinhört. Die palästinensischen Christen stehen zwischen allen Stühlen. Sie brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung.
Am Abend gehen meine Mitbewohnerin, eine Freundin und die Töchter von den beiden, und ich in das Restaurant des Schwagers meiner Mitbewohnerin. Wir bestellen Tabuleh, Humus und Auberginen-Creme. Dazu gibt es lecker Vollkorn-Pita und Säfte. Die Shischa darf auch nicht fehlen :-)