morgens 4 Uhr, Flughafen Tel Aviv, Check-in in einer dreiviertel Stunde, ein halbes Jahr Israel liegt hinter mir, ein Monat Deutschland vor mir
Ich freue mich auf die Zeit in Deutschland. Lange habe ich mich danach gesehnt, meine Eltern zu umarmen, mit ihnen zu reden und zu lachen, mich zu Hause zu fühlen, meine Freunde zu treffen, mit ihnen zu quatschen, mich mit ihnen wohlzufühlen, wundervolle Stunden zu verbringen. Ich sehne mich so manchmal nach deutscher Ordnung, nach dem Gewohnten.
Das halbe Jahr war eine Zeit voller neuer Eindrücke, neuer Wege, verrückter Begegnungen. Und eine Zeit zum Horizonterweitern. Ich hatte das Gefühl, zu leben. Nicht immer in Watte und Sicherheit eingepackt zu sein. Freier atmen zu können. Wenn auch Israel von Feinden umgeben ist, so habe ich mich doch fast immer sicher gefühlt.
Ich liebe dieses Land und seine Menschen, wenn ich auch manchmal ausflippen könnte, weil sie so stur sein können, so chaotisch, so anders als die Deutschen. Und doch herzlich, unkonventionell und offen.
Das erste Semester des Master Programs ist um. Es war eine ganz neue Herausforderung. Seminare auf Englisch, zwei Fremdsprachen über eine dritte Fremdsprache (Englisch) lernen, Vorträge auf Englisch halten, meine erste Hausarbeit, und viele bereichernde Vorlesungen. So konzentriert war ich selten in meinen Medizin-Studium-Vorlesungen.
Ein Monat Semesterferien in Deutschland. Zwei Hausarbeiten stehen an, und das schönste: Zusammensein mit lieben Menschen. Ich freu mich drauf.