Mittwoch, 15. August 2012

Ramadan in Israel

In Israel leben etwa 1,2 Millionen Muslime. Viele von ihnen halten noch bis Samstag Ramadan, die einmonatige Fastenzeit.
Wir Studenten sind in den Norden Israels gefahren, um einen kleinen Einblick in die muslimische Gemeinschaft Israels zu bekommen. Unser Führer ist Mohammed, der schon den ganzen Tag gefastet hat. Von Umm al Katef zeigt er uns Bartaa, einen arabischen Ort, der virtuell durch die grüne Linie getrennt ist. Der Sicherheitszaun ist allerdings 4km weiter im Westjordanland.

Links unten ist Bartaa zu sehen. Die gestri- chelte graue Linie ist die grüne Linie, sozusagen die "ofizielle" Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland, und die durchgezogene graue Linie mit Quadraten ist der Sicherheitszaun.


Wir fahren weiter, aus Umm al Katef hinaus, an entstehenden Häusern vorbei, am  Sicherheitszaun entlang für ein Stück. Hier wird Politik real. Irgendwann sind Steine im Weg. Wir müssen umkehren.

Wir fahren nach Bartaa hinein. Im Israelischen Teil besuchen wir DEN Familienbetrieb, der süße Teigtaschen, die es nur zu Ramadan gibt, herstellt. Es muss eine Herausforderung sein, den ganzen Tag Essen herzustellen, und selbst nicht essen zu dürfen. Mohammed führt uns über die virtuelle Israelisch-Palästinensische Grenze, hinein nach klein-China. Er erklärt uns, dass die Bewohner des Westens eine Israelischen Pass haben, die des Ostens einen Palästinensischen. Sie dürfen rüber und nüber, allerdings dürfen die östlichen Dorfmitbewohner nicht weiter rein nach Israel, also z.B. nach Tel Aviv. Sollten sie erwischt werden, kostet sie das 6 Monate Gefängnis. In Bartaa werden Produkte billig verkauft, gegen Cash, keine Kreditkarten. Alles was das Herz begehrt bekommt man hier. Jetzt zu Ramadan dreht sich vieles um Geschenke, frisches Essen und Feuerwerk.

Wir fahren weiter nach Umm al Fahem, einer arabischen Stadt. Hier wohnt Mohammed und möchte mit uns den Sonnenuntergang und damit das Ende des Fastens feiern.



Nach Sonnenuntergang fahren wir zu einem älteren Ehepaar, dass uns herzlich zum Fastenbrechen-Festmahl bei sich willkommen heißt. Eine ganze Tafel voller lecker Essen nur für uns. Es ist ein wahrer Schmauss, nachdem ich das letzte Mal am Morgen gegessen habe. Zum Abschluss gibt es natürlich Kaffee und Arabische Süßigkeiten.

Nachdem wir gestärkt sind, führt uns Mohammed nocheinmal durch seine Stadt bei Dunkelheit. Er erzählt uns von seiner Vision, durch Tourismus die Arbeitslosigkeit in Umm Al Fahem zu senken. Er möchte eine Stadt ohne Gewalt. Eine seiter Ideen ist, dass Muslime nicht-Muslime zum Fastenbrechen zu sich nach Hause einladen. So kamen wir auch dazu, bei dem alten Ehepaar zu speisen. Es gibt bisher ein paar Familien. Ausserdem hat er einen Reiseführer für Umm Al Fahem geschrieben, auf Arabisch, Hebräisch und Englisch. Zum Schluss geht es noch in einen Süßigkeitsladen. Nicht vergessen sollen wir, sagt Mohammed: Was 30 Sekunden im Mund ist, bleibt 30 Jahre auf den Hüften :-)

Donnerstag, 2. August 2012

Jordanien erfährt Druck von innen und aussen

dazu ein Artikel von Dr. Oded Eran, Forschungsgruppenleiter beim INSS (Institut für Nationale Sicherheitsforschung)

hier noch ein Beitrag zu "Syrische Flüchtlinge in Jordanien"