Posts mit dem Label WG-Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label WG-Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. März 2012

(k)ein gewöhnlicher WG-Abend

Seit zwei Wochen bin ich in einer neuen WG, da ich aus administrativen Gründen aus der alten raus musste. Nun lebe ich mit Shirin (Anfang 30, Mutter von 2 Kindern, aus Bethlehem, Evangelikale, nach einem Master in Erziehungwissenschaften hängt sie noch einen Master in Businessadministration dran), Ghadeer (Ende 20, aus Ramallah, orthodoxe Christin, in den USA geboren, Ingenieurin ("jemand muss doch Palästina aufbauen"), die ebenfalls einen Master in Businessadministration dranhängt) und Amy (zarte 19, aus den USA, Jüdin) zusammen. Shirin´s Bruder ist Herzchirurg in Deutschland und ist ganz begeistert von dem Land.

Heute Abend ist Yoni (Mitte 20, aus New York, iranischer Jude, im gleichen Programm wie Ghadeer und Shirin) zu Gast bei Ghadeer. Wir haben Salat gemacht und trinken dazu einen israelischen Weißwein. Unser Gespräch ist recht heiter, obwohl es um ernste Themen geht: Palästinensische Staatengründung, Vorurteile, die Lage der Palästinenser in anderen arabischen Staaten, Krieg mit dem Iran.

Ghadeer erzählt, dass die Palästinenser ein aufmüpfiges Volk sind, dass sie es nicht leiden können, wenn sie von anderen beherrscht werden. Sie werden als Menschen zweiter oder noch niedrigerer Klasse in den arabischen Staaten behandelt. Im Libanon haben die palästinensischen Flüchtlinge nicht mal einen Ausweis. Wenn sie im Libanon Taxi fährt, dann wird sie gleich gefragt, woher sie kommt, ob sie Muslima oder Christin sei, usw. Aber sie schwärmt auch von der schönen Landschaft: dem türkisblauen Meer und den schneebedekten Bergen. Aber um erst einmal dorthin zu kommen, muss sie nach Amman in Jordanien. Da die Israelis bei Vorlegen ihres US-amerikanischen Passes sofort feststellen würden, dass sie Palästinenserin ist, muss sie ihren palästinensischen Pass vorlegen, was ihr eine schwierigere Grenzüberquerung beschert (was das bedeutet, erläutert sie nicht).

Yoni ist der Meinung, die besten Köpfe in dem Masterstudiengang Business seien die Palästinenser. Ghadeer lacht. Dann erzählt er von einem ultra-orthodoxen Rabi, der auf AlJazeera das Existenzrecht Israels aberkennt. Vor sechs Jahren waren auch einige Juden, die der gleichen Meinung sind, auf der Holocaust-Leugnungs-Konferenz von President Ahmedinejad. Dann erzählt uns Yoni noch von einem Selbstmorattentäter, der im Krankenhaus neben einem seiner israelischen Opfer lag. 

Ich erzähle von meinen Erfahrungen vor fünf Jahren im jüdisch orthodoxen Shaare-Tzedek-Krankenhaus in Jerusalem, wo ich auf der Intensivstation sah, wie die Tochter eines Israelis an seinem Bettende stand und aus einem Gebetsbuch las. Einen halben Meter daneben lag eine alte Palästinenserin aus dem Gaza-Streifen, an deren Bettende ein Familienmitglied aus dem Koran las.

Zum Schluss stellen wir fest, dass wir alle drei in den Iran reisen möchten. Wir fragen uns, ob es für Ghadeer besser sei, mit ihrem palästinensischen oder US-amerikanischen Pass zu reisen. 

Vor unserem gemeinsamen Abendbrot waren Ghadeer und ich zu einer Vortragsreihe, in der es um Wissensvermittlung zu verschiedenen Bereichen im Arabisch-Israelischen Konflikt geht. Ghadeer fand den Vortrag sehr ausgewogen. Es ging um die verschiedenen Ansätze der israelischen und der palästinensischen Regierung, um die Friedensverhandlungen, deren Voraussetzungen und Umstände. Der Referent war einige Jahre stellvertretender Sicherheitsberates des israelischen Ministerpräsidenten. Es war spannend, aber würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Ich habe mitgenommen: vor dem Ratschlag und der Richtungsweisung (in diesem ganzen Israelisch-Palästinensischen Schlammasel) kommt das Geschichts-Wissen.

Dienstag, 30. August 2011

neue WG, neues Leben

Vor etwa einer Woche hatte ich die Schnauze voll: ich habe meine Sachen gepackt und bin ausgezogen. Meine 2 neuen Mitbewohnerinnen im Nachbarzimmer (Alexis und Rebecca, beide 21 Jahre alt, Jüdinnen, studieren hier "English as a second language", mit Eltern aus Argentinien und den USA bzw. mit Vorfahren aus Belgien und Ungarn) sind reflektiert, Rebecca ist auf eine Schule gegangen, wo Müll getrennt wurde (was ich jetzt hier auch eingeführt habe :-) ), und sie sind ruhig aber trotzdem kommunikativ. Gestern kam dann noch meine Zimmernachbarin (Jessica, aus den USA, mit dt. und ungar. Großeltern, wird hier Kurse in versch. Bereichen besuchen. Sie hat jetzt einige Zeit bei ihrem Freund in Ashdod, einer Stadt im Süden Israels gewohnt. Dort gingen immer wieder die Sirenen, Granaten oder kleineren Bomben schlugen ein.). Wir waren uns gleich einig, dass die Klimaanlage so selten wie möglich läuft. Das war mir sehr wichtig. Ich war echt erleichtert. Also nachts keine Geräuschkulisse.

Heute früh habe ich mich mit Rebecca, später mit Jessica unterhalten. Eine Frage haben mir beide gestellt: Welches Bild hat Israel in Deutschland? Und wie stark ist der Holocaust in Deutschland präsent. - Was sagt Ihr?

Beiden ist bewusst, dass Israel in der ganzen Welt ein immer schlechteres Bild hat. Es ist für sie schwer verständlich. Sie fühlen sich hier, wie angekommen. Es ist kein großes Ding, dass sie Juden sind. Es gehört dazu. Das habe ich schon von vielen gehört, die doch nicht hier aufgewachsen sind, dass sie sich hier wie zu Hause fühlen, wie angekommen.
Parallel zum immer schlechteren Bild Israels wächst der Antisemitismus, vom Anti-Israelismus (oder auch Anti-Zionismus) zu unterscheiden, wenn sie auch beide leider proportional zueinander sind. Auch bei uns, in Europa.

Wie sehen wir drei die Israelis? Offen, echt, authentisch, entspannt, manchmal zu offen und dadurch fühlt man sich im ersten Moment verletzt, großherzig, verrückt. Was uns nervt? Die horenden Preise, die fehlende Höflichkeit, dass man nie weiss, wann der nächste Bus kommt, wo man umsteigen muss, da es keine Busfahrpläne gibt. Und auf den Internetseiten findet man auch keine genauen Infos.

Und wie sehen die beiden die Amis? Oberflächlich, unecht, gestresst, immer beschäftigt, in ihrer eigenen Seifenblase lebend.

Ich freue mich auf die Zeit mit den Mädels.

Dienstag, 4. November 2008

Das große Deutschlandquiz-wie gut kennst Du Dein Land?

1. Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik?
_ 14 _ 16 _ 18

2. Wie viele davon bezeichnen sich als Freistaaten?
_ 3 _ 4 _ 5
Bonuspunkt, welche sind das:…………………………………………………………..
…………………………………………………………………………………………..

3. Welche sind die vier größten Städte Deutschlands (in richtiger Reihenfolge)?
I)…………………………………………………
II)..………………………………………………
III).………………………………………………
IV)….……………………………………………

4. Welche ist die nördlichste, östlichste, südlichste und westlichste Stadt Deutschlands?
nördlichste:……………………………………………………………………………
östlichste:……………………………………………………………………………...
südlichste:……………………………………………………………………………..
westlichste:……………………………………………………………………………

5. Welches ist das größte deutsche Binnengewässer?
…………………………………………………..

6. Wie heißt die höchste deutsche Erhebung?
……………………………………………..

7. Wer war der erste Bundeskanzler der BRD
_ Kurt Schumacher _ Konrad Adenauer _ Ludwig Erhardt

8. Wer war der erste Bundespräsident der BRD
_ Theodor Heuss _ Friedrich Ebert _ Gustav Heinemann

9. Wer war der erste Ministerpräsident der DDR
_ Walter Ulbricht _ Otto Grotewohl _ Wilhelm Pieck

10. Wer war der erste und einzige Präsident der DDR
_ Walter Ulbricht _ Otto Grotewohl _ Wilhelm Pieck

11. Wer war der letzte Ministerpräsident der DDR
_ Lothar de Maizière _ Erich Honecker _ Egon Grenz

12. Wo wohnt und arbeitet der deutsche Bundespräsident?
_ Villa Hammerschmidt _ Schloss Bellevue _ in einer WG mit Frau Merkel

13. Wer wählt den Bundespräsident?
_ Bundestag _ Bundesrat _ Bundesversammlung

14. Wie viele Parteien sitzen derzeit im deutschen Bundestag
_ 4 _ 5 _ 6

15. Otto I. wurde am 2. Februar 962 zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
dt. Nation gekrönt. Otto war ein:
_ Sachse _ Badener _ Franke

16. Die deutsche Nation bestach vorwiegend durch Kleinstaaterei, nach Gründung des
Rheinbundes legt Kaiser Franz II. die Krone nieder, was das Ende des Heiligen
Römischen Reiches bedeutete. Dies geschah am 6. August des Jahres
_ 1606 _ 1706 _ 1806

17. Die Völkerschlacht bei Leipzig, bei der Soldaten aus allen Teilen Deutschlands und
Europas gegen Napoleon kämpften, war der Ausgangspunkt für die Bildung einer
deutschen Nation. Dieses Ereignis jährt sich am 18. Oktober zum
_ 185. mal _ 190. mal _ 195. mal

18. die Farben unserer heutigen Fahne (schwarz, rot, gold) haben ihren Ursprung in den
Farben der:
_ Uniform der Lützowschen Freikorps _ Fahne des norddeutschen Bundes
_ Demonstranten der Novemberrevolution von 1918

19. die Mitglieder der ersten frei gewählten deutschen Volksvertretung tagten in dem/der
_ Berliner Reichstag _ Bonner Wasserwerk _ Frankfurter Paulskirche

20. Die Gründung des zweiten deutschen Reiches erfolgte am 18. Januar 1871 im
_ Berliner Tiergarten _ Berliner Reichstag _ Spiegelsaal von Versailles

21. Die Ausrufung der ersten deutschen Republik erfolgte am 9. November 1918 durch
_ Phillip Scheidemann _ Otto von Bismarck _ Karl Liebknecht

22. es folgten viele düstere Kapitel deutscher Geschichte bis wir am 03.Oktober 1990 alle
zusammen in großer Dankbarkeit das Lied der Deutschen (unsere Nationalhymne)
wieder anstimmen durften. Geschrieben hat es im Übrigen:
_ Hoffman v. Fallersleben _ Friedrich Schiller _ Ernst Moritz Arndt

und die Melodie lieferte:
_ Georg Friedrich Händel _ Joseph Haydn _ Ludwig van Beethoven

Mittwoch, 8. Oktober 2008

unser vereintes Deutschland ist volljährig

Ihr lieben Deutschen Mitbürger, mit ost- oder westdeutschem Migrationshintergrund, unser vereintes Deutschland ist volljährig. Wir (ein Wessi, vier Ossis und ein Wossi) haben das gefeiert. Wer hat schon mal eine Deutschlandtorte gekocht?








Christine beim ersten Versuch





Es gestaltete sich etwas schwierig, aber der frisch gebackene Master of Science der Chemie Sebastian hat das Ding gerettet.







das wunderschöne Endergebnis
vor dem Anschnitt...







...und danach :-(
...kam die Torte erstmal in die Tiefkühltruhe!
Sebastian hatte auch ein Deutschlandquiz ausgearbeitet.
Der aus dem Westen zugezogene Pianist und Organist Markus und der virtuose Geigenspieler Johannes haben mit uns die Deutschland-Hymne, die DDR-Hymne und die Europa-Hymne eingeübt.


Anstelle eines kapitalistischen (wie Monopoly) oder ein sozialistischen Spieles (wie "Überholen ohne Einzuholen" oder so), spielten wir "Atlantis" (ab 8 Jahren).


Tobi kam spät, dafür hat er einen sehr leckeren Bananekuchen zur Freude der anderen mitgebracht.


Am Abend haben wir noch "Das Leben der Anderen" und "Good-bye Lenin" geguckt. Zwischendrinn gabs noch ganz schlicht Kartoffel und Quark.

Der Solidaritätsbeitrag von 5 Euro pro Nase ermöglicht es uns morgen etwas zur Kollekte in der Nikolaikirche bezutragen.






Und nächstes Jahr wird wieder gefeiert!